Ich bin ein Trendsetter

Das ist wirklich so. Lange war es mir nicht wirklich bewusst, aber langsam stehe ich mehr und mehr dazu.

Schon in meiner Jugend ist mir häufiger aufgefallen, dass mein Freundeskreis bestimmte Sachen und Hobbies eigentlich nur so lange durchgezogen hat, solange ich das auch gemacht habe. Fand ich schon interessant, habe aber nicht stark drauf geachtet.

Vor ein paar Jahren ist mir das dann verstärkt aufgefallen. Leute fangen an, das Gleiche zu wollen wie ich. Ich war mit einigen Freunden im Freibad. Der Sprungturm war leer, und das schon länger. Wir fingen an, da rumzukaspern und zu springen. Das klappte ca. 15 Minuten auch super, nur dann wurde die Wartezeit zu lang. Der Sprungturm, der die ganze Zeit offen war - aber ungenutzt - war plötzlich völlig überlaufen.

Man geht zurück zum Platz, man sonnt sich, man geht zum Volleyballfeld und fängt an zu spielen. Die Stunde vorher war dort Keiner zu sehen, trotz eines vollen Freibads. Wir spielten keine halbe Stunde und waren umringt von Halbstarken, die ständig darauf drängten, dass sie doch auch mal wollen.

Faszinierend!

Gut, wenn mir jemand bei etwas zuschaut, was ich mit Begeisterung mache, ist es nachvollziehbar. Aber es funktioniert auch, wenn keiner zusehen kann.

Von meiner Veränderung im Umgang mit Alkohol hatte ich ja schon vorher berichtet. Was sehr lustig war: Ich hatte fünf Wochen nichts getrunken. Der Kollege, der sich mit mir ein Büro teilte, sagte plötzlich aus dem Nichts heraus: Er trinkt jetzt seit vier Wochen keinen Alkohol mehr. Er hat gemerkt, dass er viel zu viel trinkt und dass es ihm nicht guttut. Jetzt hat er vier Wochen drauf verzichtet und es geht im viel besser. Man könnte jetzt ja vermute: „Alles nur Zufall!“

Naja, kurz darauf habe ich die Firma verlassen und mich zwei Monate später mit ihm mal zum Mittag getroffen. Ich habe immer noch nichts getrunken. Er hatte alleine beim Mittag schon zwei Halbe Bier weg.

Aber jetzt wird es richtig crazy: Es funktioniert sogar bei Leuten, die mich gar nicht kennen.

Ich habe vor zehn Jahren das erste Mal durch Zufall in den Superbowl gezappt, das Endspiel der National Football League, der größten Profi-Liga für American Football. Der Sport hat mich sofort begeistert und ich habe bis nachts um vier das Spiel gesehen. Tja, nur gab es diesen Sport in Deutschland so gut wie nie zu sehen. Den Superbowl gab es immer live, aber viel mehr hat man im freien Fernsehen nie bekommen. Im meinem Freundeskreis war ich so ziemlich der einzige, der auch nur Ahnung von dem Spiel hatte. Für die meisten war es was Exotisches, mit nem Ei und ziemlich brutal und konfus.

Vor 7 Jahren habe ich dann beschlossen: ich will mehr sehen und hab bei einem Freund, der Sky Sport hatte, mir zusätzlich die Playoff-Spiele angeschaut. Die nächste Saison habe ich das Internet durchstöbert und wirklich die ganze Season durchgesehen, inklusive Superbowlparty.

Tja, mittlerweile schauen über ein Dutzend meiner Freunde regelmäßig Football, auf Englisch oder auch im deutschen freien Fernsehen. Klar, meine Freunde, ok. Aber man bedenke: Es gibt den Sport plötzlich im freien Fernsehen. Sat1 überträgt die Playoffs live und war vorletztes Jahr völlig überrascht, wie hoch ihre Einschaltquoten dabei sind. Der kleine Sender Pro7 Max erreicht mit den Spielen Quoten, die für ihn einfach traumhaft sind. Immer mehr Leute in Deutschland interessieren sich für den Sport, seit etwa sechs Jahren. Im Herbst war ich auf einem Konzert, und ich habe Dutzende mit Football-Fankleidung gesehen.

Und im Freibad werfen sich die Kids plötzlich einen Football zu, und spielen nicht nur Volleyball oder Fußball - äh Soccer.

Der ein oder andere wird jetzt sagen: totaler Humbug.

Kann man sehen, wie man will. Die Bibel spricht von Geistern und von Mächten in den Lüften. Esoteriker sprechen von Energien, von Auren und auch andere Religionen kennen Geister und ähnliches, die das Leben beeinflussen wollen. Ich weiß, dass es etwas Unsichtbares gibt, was uns beeinflusst und lenken will. Und ich weiß, dass ich als ein Sohn Gottes in diesem unsichtbaren Bereich eine echte Größe bin und Einfluss habe, ob es mir nun selber immer so bewusst ist oder nicht.

Aber diese Beispiele machen es mir immer wieder deutlich: Es bleibt nie ohne Auswirkung, was ich auf diesem Planeten tue.