Wort und Geist - Wie alles begann

Ich bin Wort und Geist!

Also ich bin Teil dieser neuen Kirche.
Es gibt ja nun eine Menge christliche Gruppierungen, warum bin ich gerade da?

Ich bin christlich aufgewachsen und hab im meinem Leben außer Adventisten und Katholiken eigentlich jedes Spektrum im christlichen Lager live erlebt. Evangelisch- lutherisch, Baptisten, Pfingstler, Brüdergemeinde, Willow Creek, …, name it, I got it.

Recht schnell war ich auch in Leitungsverantwortung. Ich habe gepredigt, mich um Leute gekümmert, Organisatorisches gemanagt, ich war unterwegs, ich habe Leute bekehrt und ich kann das alles auch gut. Ich bin berufen für sowas. Aber irgendwie hat mir was gefehlt. Ja, ich hatte zwischendurch mal spannende Erlebnisse und krasse Berührungen, aber ich habe von einem Leben mit Gott mehr erwartet als nur arbeiten für Gott.

Ich tue keinen Handschlag mehr für dich

Ich kann mich noch genau daran erinnern: Es war Heilig Abend 2003. Ich bin abends vom Gottesdienst meiner Gemeinde nach Hause gefahren. Ich hatte die Veranstaltung geleitet und jetzt war ich alleine im Auto und fühlte mich extrem leer.
Ich sagte zu Gott: „Es kann doch nicht sein, dass nach so einem Gottesdienst jeder erfüllt nach Hause geht und ich habe gar nichts davon. Wenn sich das nicht ganz schnell ändert, tue ich keinen Handschlag mehr für dich!“

Schon die Monate davor habe ich immer mehr das Gefühl gehabt, dass ich da einen Job mache (und ich wurde noch nicht mal bezahlt!). Show must go on! Aber mir selber hat es mehr Energie gekostet als gegeben.

Acht Tage später war ich dann das erste Mal in Niederbayern, im Bayerischen Wald, in Röhrnbach. Ich wollte dort ein paar Tage bei einer Kurzbibelschulwoche von Wort und Geist mitmachen.

Erster Eindruck der Location: Naja, muss man mögen.
Erste Predigt: Ganz fieser Dialekt!
Inhalte: Nach jeder Botschaft war ich vorne und hab diskutiert.

Wie gesagt: Ich kannte ja das christliche Lager, ich habe die Bibel auch ein paar Mal durchgelesen. Mir erzählt da so schnell keiner was.

Am zweiten Tag habe ich gemerkt: „Irgendwie tut dir das gerade gut!“
Am dritten Tag war ich an dem Punkt: „Das muss man den Leuten doch erzählen!“

Zurück zu Hause sagte ich mir: „Wenn das alles so stimmt, was die dort sagen, dann muss ich das ja auch in der Bibel wiederfinden.“
Also habe ich das Neue Testament nochmal gelesen, angefangen mit den großen Lehrbriefen: Römer, Korinther, usw. Es war, als lese ich das Alles zum ersten Mal.

Ich bin bis Römer 5,5 gekommen:

„denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist."

Da hat plötzlich in mir etwas umgeschaltet. Dass ich den Heiligen Geist habe, das war mir völlig klar. Laut diesem Vers musste ich also auch die Liebe Gottes haben. Plötzlich war ich wie unter Strom. Ich saß auf meinem Sofa und ich war wie weg, einfach nur glücklich auf einen Schlag. Ich wusste in mir drin:

Ich bin geliebt!

Das war Donnerstag der 8. Januar 2004 und seitdem geht es mir gut. Versteht mich nicht falsch, ich habe immer noch Herausforderungen, Dinge die noch nicht so laufen, wie sie sollten, aber in mir drin ist seit diesem Tag die Gewissheit, dass Gott mich liebt und dass seine Liebe in mir ist und ich dafür nichts weiter tun kann und muss.

Das hat mein ganzes Leben von Grund auf geändert. Es ist einfach schön. Es begann ein umfassender Veränderungsprozess, der immer noch im vollen Gange ist und in all der Zeit lerne ich die Liebe Gottes immer mehr und mehr kennen. Ich habe erlebt wie Ängste weniger werden und verschwinden, wie Prägungen sich einfach auflösen, die ich von Kindheit an hatte und alles in einer Leichtigkeit und Einfachheit, die ich mir früher nie habe vorstellen können.

Seit dem Augenblick bin ich Wort und Geist und ich bin unendlich dankbar zu dieser Kirche zu gehören.